Auch im Landkreis: Frauen-Power wie nie zuvor zum Intern. Frauentag am 8. März und am 9. März. Hand in Hand gehen an diesen Tagen der Kampf um Gleichberechtigung und der Widerstand gegen die zunehmende Gewalt gegen Frauen.

Weltfrauentag 8. März: Rolle rückwärts in Sachen Gleichberechtigung?
Der Weltfrauentag erinnert jedes Jahr am 8. März an den ersten Frauentag 1911, als sich in verschiedenen Ländern mutige Frauen versammelten und für sich das Wahlrecht und Gleichberechtigung forderten. Lange schien es so, als ob der Kampf um die Gleichberechtigung Wirkung zeigt und sie sich kontinuierlich stärker durchsetzt. Inzwischen formieren sich jedoch mehr und mehr Kräfte gegen die Gleichberechtigung.

Zum diesjährigen Weltfrauentag sollte vor allem auch das Frauenbild der AfD in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Was heißt es z.B., wenn im rechtskonservativen und vor allem im AfD-rechtsaußen Diskurs verstärkt gefordert wird, „Frauen müssen wieder echte Frauen“ sein und „Männer echte Männer“? Dahinter steht eine Abkehr vom Kampf um mehr Gleichberechtigung und die Rückkehr zu traditionellen Geschlechterrollen, zu einem patriachalischen Frauenbild der 50er-Jahre, in dem sich Frauen vor allem um Heim und Herd kümmern sollen. Gerade auch vor diesem Hintergrund ist der 8. März mehr denn je eine notwendige Mahnung.

„Gesichert frauenfeindlich“ ist die AfD aus Sicht von Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), weil „diese Partei all das ablehnt, wofür die verstorbene CDU-Politikerin Rita Süssmuth gekämpft hat und wofür sie in einem Trauerstaatsakt gewürdigt wurde: Emanzipation, Frauenförderung, Gleichberechtigung, Gleichstellung“. Quelle: siehe 3

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Frauentag-Veranstaltung in Melle. Gedenkversammlung in Wallenhorst.
Die klassische Veranstaltung des Landkreises zum diesjährigen Intern. Frauentag am 8. März findet in diesem Jahr in Melle statt, und zwar am 10. März. Grußworte sprechen werden Jutta Dettmann, Bürgermeisterin Stadt Melle, und Landrätin Anna Kebschull. Im Landkreis begleiten die Veranstaltungen zum Frauentag zudem die Wut, die Trauer, das Entsetzen über die Ermordung einer dreifachen Mutter am 12. Februar in Wallenhorst – mutmaßlich getötet von ihrem Ehemann.

Die Gewalttat von Wallenhorst sei bereits der sechste Femizid in diesem Jahr, wurde bei einer Mahnwache für die Ermordete Ende Februar beklagt. Gefordert wurde ein weitaus größeres Engagement gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zeigen: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 308 Frauen und Mädchen getötet, davon 191 durch Partner, Ex-Partner oder Familienmitglieder.

„Partnerinnenfemizide im Zusammenhang mit Trennung oder Eifersucht sind mit Abstand die häufigste Form von Femiziden in Deutschland“, ist eine Erkenntnis einer Ende 2025 vorgestellten Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Das Bewusstsein für die Risikofaktoren, so die Experten, sei in der deutschen Gesellschaft noch zu schwach ausgeprägt und sie sehen in „gesellschaftlich verankerten patriarchalen Strukturen“ einen der Gründe für die zunehmende Gewalt gegen Frauen.

„Politik, Polizei, Gerichte, Gesellschaft, mehr Gleichberechtigung statt Rückfall ins Patriachat: Die bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus“.
Kreistagsmitglied Detert Brummer-Bange (UWG): „Die Ermordung der dreifachen Mutter in Wallenhorst ist ein Schock, der uns in unserer Entschlossenheit bestärken muss, unsere Anstrengungen zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen deutlich zu verstärken. Und zwar auf vielen Ebenen. Spanien hat z.B. gezeigt, dass der nun auch in Deutschland geplante Einsatz von Fußfesseln Wirkung zeigt. Aber in Spanien ist der Einsatz eingebettet in in einen umfassenden Ansatz, der präventive und reaktive Maßnahmen umfasst. So muss es auch hier sein.“

„Ob Politik, Polizei, Gerichte, Gesellschaft: Wir brauchen vieles, darunter auch mehr Plätze in Frauenhäusern; wir brauchen aber vor allem auch mehr Sensibilisierung für die Ursachen und Anzeichen geschlechtsbezogener Gewalt; für sexistische Denk- und Verhaltensmuster. Sexistische Denk- und Verhaltensmuster sind zum ein Nährboden für Gewalt gegen Frauen – und sie können dazu führen, dass Gefahren in vielen Bereichen – von Politikern z.B., von Strafverfolgungsbehörden oder Gerichten – nicht ausreichend gesehen oder ernst genommen werden. Fakt ist und bleibt: Die umfassende Gleichstellung der Geschlechter ist die beste Prävention – und der anstehende Weltfrauentag sollte uns allen Ansporn sein, dafür zu kämpfen, jeder an seinem/ihrem Platz und im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten.
Quellen:
2 https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/wahlkampf-maennlichkeit-rechtspopulismus-100.html
4 https://www.skf-os.de/einladung-zur-gedenkversammlung-und-zum-vortrag-am-9-maerz-wir-nehmen-teil/

