Höchst aktuell: SPD/UWG-Antrag zum Grundwasser-Schutz

Unser Land trocknet seit Jahren aus – und das trotz der teils großen Niederschlagsmengen. Die Notwendigkeit und Dringlichkeit des SPD/UWG-Antrags mit der Forderung „Erstellung eines Aktionsplans Grundwasserschutz“ vom 16. Januar unterstrich ein wenige Tage später erschienener UN-Bericht, der vor einem weltweit drohenden „Wasser-Bankrott“ warnt.

Gefühlt regnet es dauernd, aber dieser Eindruck täuscht.

„Es regnet und regnet und regnet. Gefühlt“, sagt Detert Brummer-Bange, der Vorsitzende der UWG-Kreistagsfraktion, „haben viele Menschen den Eindruck, das es eher zu viel als zu wenig regnet. Wenn ich ihnen dann entgegne, dass es zu wenig geregnet hat, mag das so mancher gar nicht glauben. Als Landwirt beobachte ich jedoch die Niederschlagsmengen täglich und ständig. Nehmen wir als Beispiel das Frühjahr letzten Jahres. Da war es monatelang viel zu trocken. Dann hatten wir das Glück, dass es im Juni geregnet hat – und damit gerade noch rechtzeitig, um Ernteausfälle zu vermeiden. Unterm Strich gab es aber zu wenig Niederschlag, was im Juli dann auch zu einem Wasserentnahme-Verbot führte.“

Juli 2025: Weil viele Fließgewässer im Juli zu niedrige Pegelstände hatten und kleinere Fließgewässer zum Teil bereits trockengefallen waren, wurde ab 15. Juli die Wasserentnahme zur Bewässerung und Beregnung untersagt. Quelle und ©: www.landkreis-osnabrueck.de, siehe 1

Brummer-Bange: „Dass Deutschland immer mehr austrocknet, erleben wir auch hier. Niedrige und viel zu niedrige Grundwasserstände sind eine Gefahrenlage für uns alle. Darum unser gemeinsamer SPD/UWG-Antrag zum Grundwasserschutz.“

„Aufnahme eines neuen Ziels unter Ziel 3 Klimaschutz: Erstellung eines Aktionsplans Grundwasserschutz“.

In dem SPD/UWG-Antrag heißt es: „Für den Landkreis Osnabrück sollte die nachhaltige Bewirtschaftung der Grundwasservorräte und der gezielte Schutz der Grundwasserqualität wesentliche Elemente der Daseinsvorsorge darstellen. Mit der Durchführung des Projektes WAMOS wurden erste Schritte unternommen, um Organisations- und Kommunikationsstrukturen zu schaffen und Handlungsempfehlungen dafür herauszuarbeiten. Die SPD/UWG-Gruppe beantragt nun, das Projekt WAMOS weiterzuführen und einen Aktionsplan Grundwasserschutz zu erstellen und dies als operatives Ziel aufzunehmen.“

Zu WAMOS: 2021 wurde im Landkreis das Projekt „Zukunftskonzept Wasserversorgung“ gestartet. Dessen Folgeprojekt ist WAMOS. Die Abkürzung steht für „Wasserressourcen durch Implementierung eines adaptiven Managements in der Region“. Quelle und ©: https://www.landkreis-osnabrueck.de/fachthemen/umwelt/umgang-mit-trockenheit

Folgende Maßnahmen soll dieser Aktionsplan Grundwasserschutz laut SPD/UWG-Antrag beinhalten:

  • „Umfassende Datenerfassung- und -auswertung als Grundlage für die darauf aufbauenden konzeptionellen Überlegungen und Maßnahmenplanungen wie beispielsweise Ideen und Konzepte, um Wasser in der Fläche zu halten, um Verbräuche zu reduzieren, etc.
  • Einbindung und Begleitung aller internen und externen Akteure (Wasserversorger, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutzverbände, etc.), bei der Durchführung von Wasserforen, Beratung und Informationsweitergabe von Fördermöglichkeiten, etc.
  • Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit.“

Zum Erreichen des Ziels sei eine halbe Personalstelle erforderlich. Diese sei zur Zeit durch Fördermittel vorhanden und solle verlängert und gegebenenfalls mit einem kW-Vermerk (2 Jahre) versehen werden.

Stand 28. Januar 2026: Niedrigstwert unterschritten auch im Landkreis Osnabrück. Ansonsten: Reichlich „niedrig“ (gelb) und „sehr niedrig“ (orange) in der Region. Die Grundwassermessstellen in Niedersachsen informieren anhand tagesaktueller Daten über die landesweite Situation des Grundwasserstands. Quelle und © Screenshot vom 28. Januar.: https://www.grundwasserstandonline.nlwkn.niedersachsen.de/Karte

Auch hier: Niedrigstwert unterschritten. „Deutschland verliert im Schnitt 2,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.“

Es führt auch hier, das zeigen die Grundwasserstände für Niedersachsen, kein Weg daran vorbei, beim Wasserverbrauch und manchem mehr das Ruder grundlegend herumzureißen. Zur Gesamtlage in Deutschland sagt Olaf Bandt, der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND): „Unser Land trocknet aus, und wir schauen zu! Wir verbrauchen in Deutschland aktuell mehr Wasser, als sich natürlich erneuern lässt. Deutschland verliert pro Jahr seit etwa 20 Jahren trotz großer und steigender Niederschläge enorm viel Wasser. Das sind im Mittel 2,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.“ Quelle: siehe 2 . Wie dramatisch die Lage weltweit ist, zeigt der jüngste UN-Bericht.

Warnung vor einem „Wasser-Bankrott“: 75 Prozent der Welt-Bevölkerung in kritischer Lage.

„Die Fakten sind erschreckend“, so in der Frankfurter Rundschau zum UN-Wasser-Bericht zu lesen. „75 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit unsicherer oder kritisch-unsicherer Wasserversorgung. Zwei Milliarden Menschen wohnen auf Böden, die durch kollabierte

Grundwasser-Aquifere absinken. Die Hälfte der großen Seen der Welt ist seit den frühen 1990er Jahren geschrumpft“ (siehe 3). Käme es zu einem „Wasser-Bankrott“, so der UN-Bericht, wäre eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen unmöglich. Darum bestehe dringender Handlungsbedarf.

UWG-Bericht vom September 2025 zu einem SPD/UWG-Entsiegelungs-Antrag: Dass viel zu viele Flächen komplett versiegelt sind und dort kein Wasser im Boden versickern kann, ist ein Teil des Problems zu niedrige Grundwasserstände. Siehe: https://uwg-lkos.de/entsiegelung-weil-wasser-immer-knapper-wird/

Es braucht ein ganzes Bündel an Maßnamen.

Der SPD/UWG-Antrag zielt darauf ab, im Rahmen eines „Aktionsplan Grundwasserschutz“ durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen eine nachhaltige Bewirtschaftung der Grundwasservorräte und eine hohe Grundwasserqualität sicherzustellen. Es wird aber auch kein Weg daran vorbeiführen, allen, die Wasser verbrauchen, eindinglich bewusst zu machen, dass der Wasserverbrauch reduziert werden muss, damit uns das so lebenswichtige Nass  auch morgen und übermorgen noch zur Verfügung steht. Ohne Wasser kein Leben. 

Quellen:

1 www.landkreis-osnabrueck.de/presse/pressestelle/pressemeldungen/64178-stadt-und-landkreis-osnabrueck-untersagen-wasserentnahme

2 www.tagesschau.de/wissen/klima/wasser-verschmutzung-wasseratlas-wasserqualitaet-100.html

3 www.fr.de/wissen/unbequeme-klima-wahrheit-fuer-milliarden-menschen-un-bericht-zeigt-wie-prekaer-die-lage-schon-jetzt-ist-zr-94136908.html