Bringen Sie sich mit Ihren Erfahrungen ein! Der Landkreis Osnabrück hat eine Umfrage bei Bürgerinnen und Bürgern zur medizinischen Versorgung gestartet. Sie richtet sich an eine repräsentative Stichprobe und wird sowohl telefonisch als auch online erfolgen. „Die anonym erhobenen Rückmeldungen“, so der Landkreis (siehe 2), „stellen eine wichtige Grundlage dar, um die medizinische Versorgung bedarfsgerecht weiterzuentwickeln“. Die UWG-Fraktion begrüßt diese Befragung, weil eine verlässliche, zukunftsfähige medizinische Versorgung für Menschen jeden Alters von herausragender Bedeutung ist.

Schlechter geworden oder alles im grünen Bereich, wie z.B. die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) sagt?
Warten, warten, warten – z.B. auf einen Dermatologen-Termin, Krankenhausschließungen, Hausärzte-Knappheit: Wer mit Bürgerinnen und Bürgern spricht, stellt fest, dass viele über eine schlechter gewordene medizinische Versorgung im Landkreis klagen. Alles im grünen Bereich, sagen dagegen das Land Niedersachsen und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) aufgrund ihrer Zahlen. Der Landkreis, der bislang über keine eigene Daten verfügt, will es nun genauer wissen. So entschied der Kreistag am 30. Juni letzten Jahres einstimmig, ein Gutachten zur medizinischen Versorgung im Landkreis in Auftrag zu geben. „Das Gutachten“, so der Landkreis, „soll eine umfassende Betrachtung der medizinischen Versorgung ermöglichen und so dem Landkreis eine eigenständige Beurteilungsgrundlage der Versorgungslage liefern. Hierbei ist auch die Einschätzung der Öffentlichkeit von großer Bedeutung“.

Warum eine breite Beteiligung wichtig ist. „Mögliche Handlungspotenziale identifizieren“.
Die medizinische Versorgung kann stark durch den Wohnort, durch das Alter und die jeweilige Lebenssituation beeinfluss werden. Für reichlich Hausarzt-Stress sorgte z.B. in Ankum vor gut einem Jahr das Ende der MVZ-Zweigpraxis des Klinikums Osnabrück – nur zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung. Sang- und klanglos standen plötzlich zahlreiche Patientinnen und Patienten, darunter viele ältere und alte Menschen, vor der Frage, wo sie eine neue Hausärztin/einen neuen Hausarzt finden.

Wie ist es aktuell um die medizinische Versorgung im Landkreis bestellt? Um das herauszufinden, ist aus Sicht des Landkreises eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit an der angelaufenen Befragung wichtig. Eine bedarfsgerechte Versorgungsplanung setze auch die Berücksichtig der Wahrnehmung von medizinischer Versorgung in der Bevölkerung voraus. Sie helfe dabei, Versorgungsbedarfe besser zu erkennen und mögliche Handlungspotenziale zu identifizieren.
Quellen:

