Venner Moor & Moor-Kataster: Klimaschutz-News

Moore gehören zu den wichtigsten Ökosystemen im Kampf gegen den Klimawandel. Auf der Agenda der UWG-Kreistagsfraktion steht dieses Thema darum schon seit einigen Jahren ganz weit oben. 2022 hat der Kreistag strategische Ziele für den Landkreis beschlossen, darunter das Ziel 3, bei dem es um die Klimaschutz-Maßnahmen geht. Insgesamt sollen jährlich 70.000 Tonnen Treibhausgase eingespart werden, um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Hier ein Bericht zu den aktuellen Maßnahme-Schritten in Sachen Klimaschutz. 

Der Landkreis auf dem Weg zur Klimaneutralität: Die Weichen dafür wurden in der Kreistagssitzung im März 2022 gestellt. Quelle und ©: https://kis.lkos.de/bi/to010_r.asp?SILFDNR=1018

Damit Moore wieder werden, was sie von Natur aus sind: Klima- und Naturschützer.

Moore sind nicht nur herausragende Klimaschützer. Sie sind zugleich bester Naturschutz – als Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus leisten Moore einen wichtigen Beitrag zum Wasserhaushalt und zur Kühlung der Landschaft.

Werden Moore entwässert, z.B. um sie landwirtschaftlich zu nutzen, kehrt sich der Klimavorteil von Mooren ins Gegenteil um: Statt CO2 zu speichern, werden große Mengen CO2 und andere Treibhausgase freigesetzt – was die Erderwärmung befördert. Etwa drei Viertel der niedersächsischen Moorflächen werden landwirtschaftlich genutzt, vorwiegend als Grün- und Ackerland. Damit trocken gelegte Moore wieder ihre Klimaschutz-Funktion erfüllen können, investiert auch der Landkreis in die Renaturierung. So aktuell im Venner Moor.

Derzeit laufen im Venner Moor „Entkusselungsarbeiten“. Das heißt z.B.: Es werden Gehölze und Sträucher entfernt, damit wieder offene, lichtdurchflutete Flächen entstehen. Quelle und ©: Landkreis Osnabrück/Frische Fische

Zurück zur Moor-Natur: Mit Entkusselungsarbeiten, dem Rückbau von Entwässerungsgräben und vielem mehr.

Im Venner Moor werden derzeit auf einer Fläche von 7,6 ha Entkusselungsarbeiten durchgeführt, womit gemeint ist, dass Gehölze und Sträucher entfernt werden, damit wieder offene, lichtdurchflutete Flächen entstehen. Dort können sich dann typische Moorpflanzen wie Torfmoose ansiedeln. „Sie bilden die Grundlage dafür, dass Kohlenstoff langfristig im Boden gespeichert bleibt“, so der Landkreis in seiner Pressemitteilung. Dieser weitere Schritt schließt an die Arbeiten in den vergangenen Jahren an wie z.B. den Rückbau von Entwässerungsgräben und die Wiederherstellung natürlicher Wasserstände.

Wie Landwirtschaft und Moorschutz miteinander vereinbaren? Diese Frage stellt sich in Niedersachsen in besonderer Weise. Allein rund 73 % aller deutschen Hochmoore befinden sich in Niedersachsen. Insgesamt werden etwa 70 % der niedersächsischen Moorflächen landwirtschaftlich genutzt. Quelle und ©: www.youtube.com/watch?v=pr244DvEGmM

Viele Beteiligte: Der Weg zum Ziel Renaturierung ist lang.

Wenn Moore renaturiert werden sollen, müssen viele Beteiligte zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür: Das Gebiet Großes Moor/Campemoor. Dort traf sich im Mai dieses Jahres der Moor-Arbeitskreis zu einer Exkursion vor Ort. Zu den Teilnehmenden gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus den kommunalen Verwaltungen der Landkreise Osnabrück und Vechta, Mitarbeitende der Landwirtschaftskammer, von Naturschutzverbänden, aus der Erdenindustrie sowie Landwirtinnen und Landwirte aus dem Campemoor.

Der Weg zum Ziel Renaturierung ist lang und bedarf zumeist langwieriger Verhandlungen und Kooperationen. Wie ist es überhaupt um die Ausdehnung und den Zustand der Moorflächen im Landkreis bestellt? Ein Moor-Kataster soll Antworten liefern.

In Niedersachsen hat im April 2025 das „Niedersächsische Koordinierungszentrum Moorbodenschutz“ seine Arbeit aufgenommen. Es hat seinen Sitz in Oldenburg und wird landweit tätig sein. Quelle und ©: www.ml.niedersachsen.de/presse/pressemitteilungen/moorbodenschutz-in-niedersachsen-gemeinsam-voranbringen-241322.html

Start des Moor-Katasters: Die Untersuchungen dauern bis 2027.

Zum Start des Moor-Katasters teilte der Landkreis in einer Pressemitteilung mit: „Das neue Moorkataster soll ein umfassendes Bild über den Zustand der Moorflächen im Landkreis liefern. Dazu werden im gesamten Kreisgebiet an ausgewählten Stellen bodenwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Das Ziel besteht darin, die Moorstandorte besser zu verstehen, ihre ökologische Bedeutung zu bewerten und auf dieser Grundlage gezielte Schutz- und Wiedervernässungs-Maßnahmen ableiten zu können. Gleichzeitig dient das Kataster als wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung und Landnutzungsplanung.“ Andauern sollen die Erhebungen und Untersuchungen für das Moor-Kataster bis ins Frühjahr 2027.

Das Klimaschutzkonzept für die Verwaltung des Landkreises bildet den strategischen Rahmen für die nächsten fünf Jahre und umfasst 30 konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Zuständigkeitsbereich der Verwaltung. Quelle und ©: https://kis.lkos.de/bi/to010_r.asp?SILFDNR=1420

Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Zuständigkeitsbereich der Verwaltung.

Zu den aktuell laufenden bzw. eingeleiteten Klimaschutz-Maßnahmen gehört auch, dass ein Klimaschutzkonzept für die Landkreis-Verwaltung erstellt wird. Dazu ist der Landkreis durch das Niedersächsische Klimagesetz verpflichtet. Darin heißt es in § 18, dass alle Landkreise und kreisfreien Städte konkrete Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Verwaltungsbetriebs entwickeln und ab 2026 ein Klimaschutzmanagement einsetzen müssen.